Die Naturtax - TPA
und die Nationalparktax
Die Naturtax TPA (Taxa de Preservação Ambiental = Tax zum Schutz der Umwelt) wurde 1989 eingeführt
und im Jahr 1995 modifiziert. Gedacht ist sie zur "...Sicherung der Maßnahmen zum Erhalt der Umweltbedingungen
und Ökologie des Archipels Fernando de Noronha und zur Verbesserung des (Straßen-)verkehrs und Lebensbedingungen
der Einwohner dieses Gebiets...".
Entrichtet werden muss sie von "...allen Personen, die nicht auf dem Archipel wohnhaft sind, sondern zu Besuch mit
touristischem Charakter verweilen...".
Ausgenommen sind Personen, die auf der Insel arbeiten, Studien über Fauna, Flora und Ökosystem des Archipels
für Forschungsinstitutionen oder Lehranstalten durchführen oder auf der Insel lebende erstgradige Verwandte bis zu einer
Höchstdauer von 30 Tagen besuchen.
Sie wird direkt bei Ankunft am Flughafen bzw. Hafen (dort geht es nicht so genau!) entrichtet. Mittlerweile ist es möglich sie im Vorfeld via
Internet
hier zu bezahlen.
Sie wird jedes Jahr pünktlich zum 1.1. erhöht. Die Höhe richtet sich nach der Verweildauer und ist nicht
etwa linear sondern nach 5 Tagen abfallend und
nach 10 Tagen drastisch ansteigend. Während 6 Tage um 33 R$ teurer sind als 5 Tage, müssen vom 29. auf den
30. Tag über 308 R$ berappt werden (Stand 2015).
Um nicht jedes Jahr die Tabelle der Naturtax neu eingeben zu müssen verweise ich auf die
Webseite der Inselregierung.
Beachten Sie bitte, dass Sie bei einer eventuellen Verlängerung dies spätestens am angegebenen Abflugtag
am Flughafen melden und nachzahlen müssen. Bei Versäumnis wird sonst die doppelte Tax fällig.
Prinzipiell wäre diese Tax eine gute Sache, wenn sie dem dafür vorgesehenen Zweck zugute kommen würde.
Bereits bei meiner ersten Reise habe ich gesagt: "Eigentlich müssten die Straßen hier aus Marmor sein", da
mich die schlechten Straßen und die hohe Gebühr, die ich für die Verlängerung meines
Aufenthalts bezahlen musste, geärgert haben. An den Straßen hat sich seither nichts geändert. Auch
die Lebensbedingungen der Insulaner hinsichtlich öffentlicher Einrichtungen wie Kindergarten, Schule und
Krankenhaus lassen nach wie vor zu wünschen übrig, obwohl sich auf den Druck der Insulaner hin bereits einiges verbessert hat.
Hochgerechnet fließt auf die Insel durch die TPA jährlich ca. 10 Mio.R$. Wo dieses Geld weiterfließt, weiß
der Senator von Recife! In Noronha bleibt nur ein Teil. Auf meine Frage, was mit dem Geld passiert,
bekam ich die Antwort, dass beispielsweise die Transportkosten, um den Müll von der Insel aufs Festland zu
bringen, Unsummen verschlingen. Auch wurde Ende 2011 unser Hafen renoviert. Hierfür wurden tonnenweise riesige Steine vom
Festland hergeschippert, was Unsummen kostete.
Noronha müsste, wenn wir schon eine eigene Zeitzone haben, ein eigener Staat innerhalb Brasiliens sein,
oder zumindest ein Municipio (Kreisstadt) innerhalb Pernambucos. Dies wurde auch schon angestrebt, scheiterte jedoch.
Dann würden alle Einnahmen auf der Insel bleiben
und könnten die Bestimmung erreichen, wofür sie gedacht sind - Schule, Krankenhaus, Straßen,
Bau von Meerwasserentsalzungsanlagen (Süßwasser ist immer knapp), Wind- und Wellenkraftwerke,
Solaranlagen und vor allem Umweltschutz.
Zusätzlich zur Naturtax wurde am 1.10.2012 eine sogenannte taxa ecológica eingeführt. Der Nationalpark wurde an ein privates
Unternehmen vermietet, das auch den Nationalpark Cataratas do Iguaçu betreut. Es wird zwar viel für die Verschönerung und
Erhaltung des Naturparks getan, aber das hat seinen Preis. Econoronha, der Name des Unternehmens, verlangt von allen Besuchern einen
„Eintritt“ in den Nationalpark. Die Eintrittskarte kostet 81 R$ für Brasilianer und 162 R$ für Ausländer (Stand 2015) und gilt 10 Tage.
Selbst wenn man nur Tauchen geht oder eine Bootstour macht wird am Hafen diese Eintrittskarte verlangt. Erhältlich ist sie am Projeto
Tamar, am Flamboyant, am Zugang zur Baia dos Golfinhos/Praia dos Sanchos und am Zugang zum Praia do Sueste.